Gestern war ich beim Tag der Chemie in Erlangen. Zunächst um einige Eindrücke zu bekommen, welches Studienfach für mich das richtige ist. Und dann, um zu sehen, wo ich die nächsten fünf oder mehr Jahre meines Lebens verbringen darf. Der TechFak Campus ist eine Sammlung altmoderner Rohbetongebäude…
(Das Telefon klingelt. Ulle geht ran, gibt ab und holt sich ein Ricola.)
… wo war ich? Ach ja, bei der Architektur. Erinnerte mich sofort an alle anderen TechFaks, die ich bisher gesehen hatte. Kein überflüssiges Design, just plain white wall. Oder grey, in diesem Fall. Kurzer Blick ins Innere, es gab leckere Schnittchen, sowie Sekt, Wasser und O-Saft. Der O-Saft war super! (Okay, vielleicht kam es mir auch nur so vor, weil von meinem Gehalt nie genug übrig ist, um mir die Dekadenz von O-Saft zu gönnen… you never know)
Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass ich den wissenschaftlichen Vorträgen sogar folgen konnte. Nach 5 Jahren schulfrei und 8 Jahren ohne Chemie eine echte Gnade. Nach der Einführung in die aktuellen Forschungsgebiete konnte man u.a. die Labors besichtigen. Sehr toll. Am liebsten wäre ich auch dort geblieben, ich denke allerdings, dass meine Anwesenheit wenig Sinn ergeben hätte (weder für das Labor, noch für mich, außer für mich, dass es eine entspannende Atmosphäre war – ob das immer so ist?) … kommt Zeit, kommt Wissen.
Ich konsultierte noch ein paar Leistungsträger und hörte mir den Vortrag zu den beiden Studienfächern Chemie und Molecular Science an. Zurück blieb ein angenehmer Eindrück von Möglichkeiten.
Unglaublich, dass ich dort einfach hingehen und studieren kann. Als wäre es selbstverständlich, dass Menschen Chemie studieren. Ich glaube, das ist ganz ganz großartig. Vielleicht allein durch diese Vorstellung, alle so vorrangig körperliche Arbeit niederzulegen, und stundenlang nur noch lernen zu müssen. Keine Schmerzen, keine Langeweile, kein Vorgesetzter, der den Dreisatz nicht beherrscht, dafür aber den Blick mit der Lizenz zum Töten…? Unbelievable!
Ein paar Monate. Kommt mir vor wie Tage, im Ernst